Prof. Dr. Werner J. Gartner

EZB flutet mit Geld die Märkte * Keine Anleihen aus Griechenland * Griechenland – Wiege Europas * Wirtschaft in USA gewinnt an Fahrt

EZB flutet mit Geld die Märkte

Die Europäische Zentralbank (EZB) als Hüterin der Eurowährung öffnet in der kommenden Woche die Geldschleusen und flutet mit einem Billionenprogramm die Märkte. Sie kauft die Staats- und Firmenanleihen der Banken ohne Griechenland auf, um sie dadurch zu sanieren. Nach dem Maastrichter Vertrag ist es jedoch nicht Aufgabe der EZB, die Wirtschaft in der Europäischen Union (EU) mit Geldmitteln anzukurbeln. Es ist allein Aufgabe der nationalen Regierungen für Wachstum und für die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Euroländern zu sorgen. In der Vergangenheit war dies wenig von Erfolg gekrönt. Die Versuche mit Steuerentlastungen und Staatshilfen haben keinen Erfolg gebracht. Die globalen Märkte sind nur an Produkten interessiert, die innovativ und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu erwerben sind. Deshalb müssen die Euroländer dringend ihre Arbeitsbedingungen und ihre Produktpaletten reformieren. Die Verkrustungen in der Verwaltung und am Arbeitsmarkt müssen aufgebrochen und dringend erneuert werden.

Keine Anleihen aus Griechenland

Die EZB kauft die Staatsanleihen der Euroländer ohne Griechenland auf. Das ist eine bittere Kröte, die Athen wegen ihrer Uneinsichtigkeit, jetzt schlucken muss. Die Währungshüter in Frankfurt wollen den Banken erst wieder Geld leihen, wenn die Regierung ihre Hausaufgaben erfüllt, die Brüssel ihnen aufgegeben hat. Erst wenn sichtbar wird, dass die Reformen auch umgesetzt werden, will die EZB den griechischen Banken wieder Geld zur Verfügung stellen. Bis Ende April benötigt Hellas über sieben Milliarden Euro an Hilfen, die sollen jedoch von den vereinbarten Fortschritten abhängen. Die EZB hat in der Vergangenheit mehr als jedem anderen europäischen Land Kredite geben, sie entsprechen mehr als zweidrittel der hellenischen Wirtschaftsleistung, die EZB ist dadurch auch zur Nationalbank Griechenlands geworden, obwohl sie für die übrigen Euroländer zuständig ist.

Griechenland – Wiege Europas

Inzwischen steht das Land unter der Akropolis mit über 320 Milliarden Euro bei den Europäern in der Kreide. Obgleich in den letzten Monaten über 300 Millionen Euro an Zinsen nach Berlin geflossen sind, glaubt niemand daran, dass Athen diesen Schuldenberg eines Tages zurückzahlen kann. Ein Ausscheiden aus der Eurozone wäre für Griechenland eine Option, sie könnten zu ihrer früheren Währung zurückkehren und nochmals ganz von vorne mit wettbewerbsfähigen Produkten anfangen. Aber die Bevölkerung wäre mittelfristig als Pleiteland stigmatisiert. Dadurch würde auch keine Rückführung der ausgegebenen Kredite gewährleistet. Griechenland als geistige Wiege Europas können wir als größte Wirtschaftsnation nicht in die Insolvenz schicken. Es ist daher die Aufgabe aller Beteiligten in Europa den Reformkurs zu unterstützen und die Anstrengungen zu kontrollieren. Bisher haben Brüssel und auch die EZB die jeweiligen Vorgaben im Interesse aller Euroländer überprüft und auch sanktioniert.

Wirtschaft in USA gewinnt an Fahrt

Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) fahren jetzt die Ernte ihrer in der Vergangenheit liegenden Reformbemühungen ein. Das Land konnte die Arbeitslosenzahlen zurückführen und die Wirtschaft ist auf einem Wachstumspfad. Die Immobilienwirtschaft ein bedeutender Grandmesser kann positive Zahlen von Neubauten vermelden. Auch der Konsum, die wichtigste Säule des Wachstums konnte seit Dezember weiter an Fahrt aufnehmen. Es ist davon auszugehen, dass auch im laufenden Jahr diese Tendenz künftig anhalten wird.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

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