Schweizer Franken wirbelt Staub auf * Euroländer profitieren von Frankenstärke * Ölpreis ein Milliardensegen
Schweizer Franken wirbelt Staub auf
Die Schweiz, ein Hort der Ruhe, hat dieser Tage gewaltigen Staub an den Devisenmärkten aufgewirbelt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Euromindestkurs von 1,20 Franken zum Euro aufgegeben und lässt somit den Devisenmaklern freien Lauf. Es war ein mittleres Erdbeben, das die Schweiz mit diesem überraschenden Schritt erlebt hat. Der Franken wird durch diese Maßnahme eine Aufwertung erfahren, wenn sich die Hektik an den Märkten gelegt hat. Für die exportorientierte Industrie und die Touristikbranche ist dies ein erneuter Schlag ins Kontor. Die SNB musste gezwungenermaßen diesen Schritt durchführen, da sie als Währungshüter seit Jahren Euro und Wertpapiere aufkauft, um den Franken zu schwächen. Jetzt schien aufgrund der Euroschwäche das Fass überzulaufen, deshalb hat die SNB diese Maßnahme durchgeführt. Die Stärke der schweizerischen Währung wird viele Touristen aus dem Euroländern abhalten, zukünftig ihre Ferien in den Alpen zu verbringen. Hotels müssen eventuell an der bisherigen Parität festhalten, damit sie überleben können und Mitarbeiterzahlen müssen in einigen Destinationen zurückgefahren werden. Düster sieht es in den Unternehmen aus, die vornehmlich ins Euroland exportieren. Die Schweiz ist bekannt für die Herstellung von hochpräzisen Erzeugnissen, die Weltgeltung haben. Die Preise für die halbfertigen Waren konnten bisher in einer Art Mischkalkulation untergebracht werden. Jetzt wird es für manche Firma schwieriger, diese Rechnung noch aufrecht zu halten. Bisher konnten sie über 60 Prozent ihrer Produktion dorthin ausführen. Firmen, die an die Automobilindustrie liefern, werden mit schweren Einschnitten rechnen müssen, da die Erzeugnisse teurer werden. Es ist zu hoffen, dass es nicht zu schwerwiegenden Verwerfungen kommt, insbesondre durch Entlassungen am Arbeitsmarkt. Den Euroländern kann es nicht von Interesse sein, eine starke Nachbarwährung zu haben, denn es soll zumindest ein ausgeglichener Warenaustausch aufrecht erhalten werden.
Euroländer profitieren von Frankenstärke
Die Euroländer profitieren aber auch von der Stärke des Franken, denn sie können ihre Waren nach der Schweiz liefern, da der Abnehmer die Produkte bis zu zehn Prozent günstiger erwerben kann. Besonders die Hersteller von Premiumprodukten der deutschen Automobilindustrie können einen warmen Frühling erwarten. Die Eidgenossen sind bekanntermaßen von der Qualität der Fahrzeuge überzeugt und werden jetzt erneut sich Investitionen in diesem Bereich leisten wollen. Aber auch die Maschinenindustrie, eine Domäne deutscher Wertarbeit, könnte einige Aufträge aufgrund der derzeitigen Lage erhalten. Großer Profiteur werden die grenznahen Gebiete wie Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland sein. Dort werden die Konsumenten an Wochenenden öfter die dortigen Supermärkte besuchen, um an günstige Waren heranzukommen. Nach einiger Zeit wird sich der Einkaufstourismus wieder beruhigen, wenn die Preise sich dort auch erhöhen.
Ölpreis ein Milliardensegen
Der Ölpreis ist weiter auf Talfahrt. Die Menschen werden über diesen Rückgang besonders erfreut sein. Es schont ihnen die Haushaltskasse, wenn die Heizkostenabrechnung geringer ausfällt. Auch an den Tankstellen ist dies zu bemerken und die Menschen sind eher bereit, zusätzliche Wochenendausflüge zu unternehmen. Aber auch den Finanzministern spült dies Geld in die Kasse. Der fallendende Energiepreis ist wie ein Konjunkturprogramm, da die Unternehmen zuversichtlicher sind und mehr Mitarbeiter einstellen. Die gesamte Weltwirtschaft könnte damit künftig ein Milliardensegen erwarten.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)



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